Fortbildungsherbst: Sprintcoach Christopher Montague bei Jonas Dodoo und Michael Afilaka

November 20, 2017

Dieses Wochenende hat von spannenden Informationen und dem vielseitigen Austausch an Erfahrungen der Trainer untereinander, nur so gestrotzt. Am Samstag fand der Speedworks Workshop statt und tags darauf folgte eine Fortbildung von Elite Sprint Coach Michael Afilaka.

 

Speedworks Workshop mit Jonas Dodoo und Marvin Rowe

 

Hier in London ist es üblich Trainer mit ihren Athleten zu den Informationstagen einzuladen, um den Praxisteil gleich anzuwenden.
So begann der Morgen mit einer Beschleunigungstrainingseinheit für die über 20 angereisten Athleten, die sich besonders über das individuelle Coaching von Jonas Dodoo und Marvin Rowe gefreut haben.

 

Die zwei Speedworks-Trainer konnten schon international mit ihren Athleten Erfolge feiern. Der Finalteilnehmer der diesjährigen Weltmeisterschaft, Reece Prescod, ermöglichte mit einigen anderen Athleten der Akademie den Teilnehmern einen Einblick in ihre Welt als Top-Sprinter und konnten so die Teilnehmer inspirieren.
In der Trainingseinheit wurde ein besonderer Fokus auf die grundlegenden Drills gelegt wie A-Skips, Straight Legs und Dribbles übers Fußgelenk, Schienbein und Knie, die bei richtiger Kraftübertragung auf den Boden, dem Sprint sehr ähnlich werden.
Um bei langsamen Geschwindigkeiten die richtigen Tipps der Beschleunigung zu vermitteln wurden den Teilnehmern, im Verlauf des Vormittags, schwere Zugwiderstandsläufe vorgestellt und anschließend das Geübte auf Abläufe bis zu 20m übertragen. Zum Abschluss des Praxisteils zeigte Jonas Dodoo die Vorteile des Spungzirkels „Rudiment“ auf, der besonders im ermüdeten Zustand effektiv wird. Die Trainingsmethode ist darauf abgezielt die „elastic endurance“ des Fußgelenks und der Sehnen zu verbessern und so in der späteren Phase eines Sprints verhindert, dass der Fuß beim Bodenkontakt nachgibt und somit die Bodenkontaktzeit ansteigt.
Der Theorie Workshop am Nachmittag von war dann speziell für Coaches ausgelegt und es wurden
sehr detaillierte Einblicke in die Biomechanik der Beschleunigung gewährt sowie Vorschläge für Analogien präsentiert, um die richtige Technik dem Athleten möglichst einfach zu vermitteln.
Faszinierend war zu sehen, dass bei den schnellsten Sprintern der Welt nach wenigen Schritten aus dem Block die Schrittfrequenz bis zum Ende des Rennens gleichbleibt. Auch die Asymmetrie der Beine im Sprint wurde aufgezeigt und wie man als Trainer dies am besten feststellt, korrigiert und Übungen zum Ausgleich in seinen Trainingsplan einbaut.
Zum Abschluss wurde noch die Themen Plyometrics und verschiedene Sprinter Typen, und darauf
abgestimmte Trainingsmethoden, behandelt.
Durch das Speedworks Team wurde eine sehr erfolgreiche Fortbildung mit familärer und professioneller Atmosphäre möglich gemacht und wir freuen uns schon auf den nächsten Workshop am 23.12.2017.

 

Michael Afilaka Speed Workshop

 

Auch am nächsten Tag erwartete mich wieder eine Masse an Informationen und neue Ansichten zu Themen wie „Long Term Athlete Development“, „Energy System Development“, „Planning and Preparation“ von Michael Afilaka, ehemaliger Trainer von Weltklassesprinter Adam Gemili.

 

Eine Fähigkeit, die Michael Afilaka besonders am Herzen liegt, ist es andere Menschen tiefgründig kennen zu lernen, um später als Coach die richtigen Entscheidungen für seine Athleten zu treffen. Deshalb begann der Tag mit einem „Aufwärmprogramm“ von 2 Stadionrunden in der wir möglichst viel Interessantes über einen anderen Teilnehmer in Erfahrung bringen sollten. Auch Michael Afilakas Präsentation war sehr interaktiv und er motivierte mehrmals dazu seine derzeitigen Trainingsmethoden zu hinterfragen und sich eine Coaching Philosophie aufzuschreiben, die sich wie ein roter Faden im Trainingsplan und im Verhalten als Trainer erkennen lässt.
Er startet z.B jede Saison mit einer genauen Anamnese seiner Athleten, da er der Meinung ist, dass jede Verletzung vermeidbar ist, wenn man darauf seinen Trainingsplan anpasst. Des Weiteren versucht Afilaka seinen Athleten ein sehr gutes Körpergefühl zu vermitteln und wichtige Bewegungsmuster, wie z.B die der Beschleunigung, von Beginn an zu trainieren, damit seine Athleten diese Bewegungsmuster im Rennen intuitiv beherrschen.

 

Bei der Videoanalyse sind wir besonders auf die Starts von Sprintern wie Asafa Powell, Chijindu Ujah und Adam Gemili eingegangen. Hierbei zeigte er auf, dass die Arme die Bewegung einleiten und massiv dabei helfen das Knie nach vorne zu reißen. Da die Arme eine so wichtige Rolle spielen, ist es seiner Meinung nach auch nicht sinnvoll, sich im Block nach vorne zu lehnen. Auf die Bewegung der Knie folgen wiederum die Füße, die hinter dem Körperschwerpunkt aufsetzen sollen. Außerdem erkennt man einen effektiven Starter daran, dass Arme und Knie sich auf einer Linie befinden (beschleunigungsphase zum Zeitpunkt des Fußaufsatzes).
Zum Ende der Fortbildung hatten die Teilnehmer noch die Möglichkeit, zusammen mit Afilaka über verschiedene Themen zu diskutieren.

 

Ich freue mich jetzt schon darauf die nächsten Wochen das Gelernte von diesem „Wisdom Weekend“ in meinem Praktikum in die Praxis umzusetzen.

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