Sprintender Bobfahrer: Tobias Schneider vor seiner 2. Saison als Anschieber.

October 20, 2017

Ich habe mein ganzes Leben Leichtathletik gemacht. Zunächst Kinderleichtathletik in meinem Heimatdorf, dann in einer Mehrkampfgruppe in der nächstgrößeren Stadt, ehe ich mich als damals 16 Jähriger dafür entschieden habe, mich auf meine Spezialität, das Sprinten, zu konzentrieren.

So ging ich meinen Weg in der Leichtathletik. Ich trainierte seit meinem 17. Lebensjahr bis zu 6x pro Woche, nahm vieles auf mich und ordnete mein komplettes Leben dem Training und meinem Sport unter. Die Krönung meiner Arbeit erreichte ich 2013, als ich endlich die magische 11-Sekunden-Marke durchbrach und bei den bayrischen U23-Meisterschaften in Ingolstadt die 100m in 10.94sek lief. Zwei Wochen später gelang mir ein noch größerer Paukenschlag und ich steigerte meine persönliche Bestleistung auf 10.68s und gewann damit die Süddeutschen U23-Meisterschaften.

Der Knoten schien geplatzt und ich war endlich ein richtiger Sprinter. Dies war auch der Zeitpunkt, als ich zum ersten Mal mit dem Bobfahren in Kontakt kam. Mein damaliger Trainingskamerad Christian Rasp, mittlerweile Weltmeister im 4er Bob bei Johannes Lochner, und ich wurden angesprochen, ob wir das Anschieben auf einer Trockenanschubstrecke mal ausprobieren wollen.

Ich merkte, dass mir das Anschieben Spaß machte, aber ich wollte den Schritt noch nicht wagen und eine neue Herausforderung im Bob suchen. Ich wollte noch ein paar Jahre sprinten und in der Leichtathletik Erfolge feiern.

Ich habe dann noch 3 Jahre lang weiter gemacht und das auch sehr genossen, aber im März 2016 war es dann soweit und ich stieg zum ersten Mal in einen Bob. Nach der Fahrt am Königssee war klar, dass ich das machen will und so beendete ich im Sommer meine Karriere als Leichtathlet und stieg um.

Der Umstieg sollte sich lohnen. In meinem ersten Wettkampf als Bobfahrer gewannen wir das Europacup-Rennen am Königssee und holten einige gute Platzierungen in den folgenden Rennen. Ich fuhr die komplette Saison mit meinem Team um Christoph Hafer durch Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das kam für mich sehr überraschend und erforderte einige Entbehrungen. Mein Studium legte ich für diese Saison auf Eis, denn ich wollte mich im Bobzirkus etablieren und mich für weitere Saisons zu empfehlen. Es war eine sehr anstrengende Zeit, denn wenn ich nicht unterwegs war, dann musste ich arbeiten gehen und trainieren, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Glücklicherweise hatte ich einen Arbeitgeber, der sehr entspannt war und mir alles ermöglichte.

Doch der Einsatz zahlte sich aus und so wurde ich Mitglied in der Sportförderung der bayerischen Polizei. Dadurch wird mir ein professionelles Sportlerleben ermöglicht und einiges an Stress abgenommen.

Und so kann ich in meine zweite Saison als Bobfahrer starten. In den nächsten Monaten werde ich eigentlich ununterbrochen unterwegs sein und den krönenden Abschluss bei der Junioren WM in St. Moritz finden. Ich freue mich auf die kommenden 4 Monate und die Zeit mit meinem Team.

 

Euer Tobi

 

 

 

 

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